Was ist KIM (Kommunikation im Medizinwesen)?
- sebastianschmaus
- vor 7 Tagen
- 4 Min. Lesezeit
KIM steht für Kommunikation im Medizinwesen und ist ein standardisierter, hochsicherer E-Mail-Dienst innerhalb der deutschen Telematikinfrastruktur.
KIM ermöglicht es Zahnarztpraxen, personenbezogene und medizinische Daten digital, verschlüsselt und rechtssicher mit anderen Akteuren im Gesundheitswesen auszutauschen.
Wer nutzt KIM?
KIM verbindet:
Zahnarztpraxen
Arztpraxen
Krankenhäuser
Apotheken
Krankenkassen
KZVen und weitere Institutionen
Die Nutzung von KIM erfolgt ausschließlich innerhalb der TI und ist nicht mit herkömmlichen E-Mail-Diensten vergleichbar.
Warum ist KIM für Zahnarztpraxen verpflichtend?
Die Nutzung von KIM ist gesetzlich vorgesehen und Teil der TI-Pflichtanwendungen. Für Zahnarztpraxen bedeutet das:
bestimmte Kommunikation muss über KIM erfolgen
alternative Kommunikationswege (Fax, unverschlüsselte E-Mail) gelten als nicht mehr ausreichend
KIM ist Voraussetzung für rechtssichere digitale Prozesse
KIM ist keine Empfehlung, sondern Standard
Die gematik definiert KIM als verbindlichen Kommunikationskanal für ausgewählte medizinische und administrative Prozesse.Damit ist KIM direkt relevant für Abrechnung, Dokumentation und Compliance.
Welche Kommunikation läuft verpflichtend über KIM?
Für Zahnarztpraxen ist KIM insbesondere in folgenden Bereichen relevant:
1. Zahnarzt- und Arztbriefe
Versand strukturierter Befunde
Übermittlung von Behandlungsinformationen
Kommunikation bei Überweisungen
2. Kommunikation mit Krankenkassen
Rückfragen
Anträge
Bescheide
strukturierte Datenübermittlung
3. TI-Anwendungen
eAU (Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung)
Rückmeldungen aus ePA-Prozessen
perspektivisch weitere TI-Dienste
👉 Wichtig:Kommunikation, die über KIM vorgesehen ist, darf nicht mehr über normale E-Mail oder Fax erfolgen, da diese nicht den Sicherheitsanforderungen entsprechen.
Unterschied zwischen KIM und normaler E-Mail
Viele Zahnarztpraxen fragen sich, warum normale E-Mail nicht ausreicht. Der Unterschied ist fundamental.
Normale E-Mail
keine durchgängige Ende-zu-Ende-Verschlüsselung
Absender und Empfänger nicht eindeutig verifiziert
kein medizinischer Sicherheitsstandard
DSGVO-Risiken bei sensiblen Daten
KIM (Kommunikation im Medizinwesen)
Ende-zu-Ende-verschlüsselt
zertifizierte Identitäten (SMC-B, eHBA)
Betrieb ausschließlich innerhalb der TI
speziell für medizinische Daten konzipiert
rechtssicher & DSGVO-konform
👉 Kurz gesagt:KIM ist kein Komfort-Tool, sondern die einzige zulässige E-Mail-Form für viele medizinische Inhalte.
Wie funktioniert KIM in der Zahnarztpraxis?
KIM ist in der Regel direkt in die Praxissoftware (PVS) integriert oder als Zusatzmodul angebunden.
Typischer Ablauf:
Nachricht wird in der Praxissoftware erstellt
Empfänger wird aus dem KIM-Adressverzeichnis gewählt
Versand erfolgt automatisch verschlüsselt über die TI
Empfang beim berechtigten Leistungserbringer
Für das Praxisteam fühlt sich KIM ähnlich an wie E-Mail – technisch läuft im Hintergrund jedoch ein hochkomplexer Sicherheitsprozess.
Effizienzvorteile von KIM für Zahnarztpraxen
Trotz anfänglicher Skepsis bietet KIM im Praxisalltag echte Vorteile.
1. Weniger Papier & Fax
kein Ausdrucken
kein Scannen
keine Medienbrüche
2. Schnellere Kommunikation
direkter digitaler Versand
strukturierte Daten
weniger Rückfragen
3. Bessere Nachvollziehbarkeit
dokumentierte Kommunikation
eindeutige Zuordnung
revisionssicher
4. Rechtssicherheit
DSGVO-konforme Übertragung
klare Verantwortlichkeiten
geringeres Haftungsrisiko
Typische Herausforderungen bei KIM
Viele Zahnarztpraxen berichten anfangs über:
unklare Zuständigkeiten im Team
fehlende Schulung
technische Probleme bei der Einrichtung
Wichtig zu wissen:
Die meisten Probleme entstehen nicht durch KIM selbst, sondern durch:
veraltete Praxissoftware
fehlende TI-Wartung
mangelnde Prozessdefinition
Mit klaren Abläufen wird KIM schnell zum Alltagswerkzeug.
Best Practices: KIM erfolgreich in der Zahnarztpraxis nutzen
feste Zuständigkeiten definieren
KIM regelmäßig im Team schulen
Posteingang täglich prüfen
KIM fest in Praxisprozesse integrieren
TI-Zertifikate & Laufzeiten überwachen
Fazit: KIM ist der neue Kommunikationsstandard für Zahnarztpraxen
KIM (Kommunikation im Medizinwesen) ist 2026 fester Bestandteil jeder Zahnarztpraxis. Es ersetzt unsichere Kommunikationswege und schafft einen einheitlichen, sicheren Standard für den digitalen Austausch im Gesundheitswesen.
Für Zahnarztpraxen bedeutet das:
mehr Sicherheit
mehr Effizienz
mehr Zukunftsfähigkeit
Wer KIM nicht nur als Pflicht, sondern als strategisches Kommunikationstool versteht, profitiert nachhaltig.
FAQ: KIM – Kommunikation im Medizinwesen für Zahnarztpraxen
Was ist KIM einfach erklärt?
KIM (Kommunikation im Medizinwesen) ist ein sicherer E-Mail-Dienst innerhalb der Telematikinfrastruktur. Zahnarztpraxen nutzen KIM, um medizinische und administrative Daten verschlüsselt, rechtssicher und DSGVO-konform mit anderen Leistungserbringern und Krankenkassen auszutauschen.
Ist KIM für Zahnarztpraxen verpflichtend?
Ja. KIM ist eine verpflichtende Anwendung der Telematikinfrastruktur. Bestimmte Kommunikation, z. B. mit Krankenkassen oder für Zahnarztbriefe, muss über KIM erfolgen. Ohne KIM ist eine vollständig regelkonforme TI-Nutzung nicht möglich.
Welche Nachrichten müssen über KIM versendet werden?
Über KIM laufen unter anderem:
Zahnarzt- und Arztbriefe
Kommunikation mit Krankenkassen
Rückmeldungen im Rahmen der eAU
strukturierte medizinische Dokumente
Andere Kommunikationswege wie Fax oder normale E-Mail gelten dafür als nicht mehr zulässig.
Warum reicht normale E-Mail für Zahnärzte nicht aus?
Normale E-Mails sind nicht ausreichend verschlüsselt, Absender und Empfänger sind nicht eindeutig verifiziert und medizinische Daten sind nicht geschützt genug. KIM erfüllt speziell die Sicherheits- und Datenschutzanforderungen des Gesundheitswesens.
Ist KIM DSGVO-konform?
Ja. KIM ist DSGVO-konform, da:
alle Daten Ende-zu-Ende verschlüsselt sind
nur zertifizierte Teilnehmer kommunizieren
der Versand ausschließlich über die TI erfolgt
Die Verantwortung für korrekte Nutzung liegt dennoch bei der Zahnarztpraxis.
Braucht jede Zahnarztpraxis ein eigenes KIM-Postfach?
Ja. Jede Zahnarztpraxis benötigt mindestens ein eigenes KIM-Postfach, das eindeutig der Praxis zugeordnet ist. In größeren Praxen können auch mehrere KIM-Adressen sinnvoll sein (z. B. Verwaltung, Behandler).
Wie funktioniert KIM im Praxisalltag?
KIM ist in der Regel direkt in die Praxissoftware integriert. Das Praxisteam erstellt Nachrichten ähnlich wie E-Mails, der Versand erfolgt automatisch verschlüsselt über die TI. Technische Details laufen im Hintergrund.
Können auch Anhänge über KIM versendet werden?
Ja. Über KIM können strukturierte Dokumente und Anhänge wie Befunde oder Berichte sicher versendet werden – ohne zusätzliche Verschlüsselung durch das Praxisteam.
Was passiert, wenn KIM nicht funktioniert?
Ist KIM dauerhaft nicht verfügbar, kann das zu:
Verzögerungen in der Kommunikation
Problemen bei TI-Pflichtanwendungen
möglichen Abrechnungsrisiken
führen. Zahnarztpraxen sollten daher TI-Komponenten regelmäßig prüfen und einen festen Ansprechpartner definieren.
Welche Vorteile hat KIM gegenüber Fax?
KIM ist:
sicherer
schneller
digital dokumentiert
DSGVO-konform
weniger fehleranfällig
Fax gilt im medizinischen Bereich zunehmend als veraltet und rechtlich riskant.
Ist KIM auch für kleine Zahnarztpraxen sinnvoll?
Ja. Gerade kleine Zahnarztpraxen profitieren von:
weniger Papieraufwand
klaren digitalen Prozessen
rechtssicherer Kommunikation
KIM skaliert unabhängig von der Praxisgröße.
Ist KIM nur für heute oder auch zukunftssicher?
KIM ist langfristig ausgelegt und bildet die Basis für weitere digitale Anwendungen im Gesundheitswesen. Es ist ein zentrales Element der digitalen Zukunft der Zahnarztpraxis..



