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Windows 12 & das Ende von Windows 10:
Was Zahnarztpraxen jetzt wissen müssen

Windows 10 hat sein Support-Ende erreicht, Windows 11 ist Pflicht, und Windows 12 steht vor der Tür. Was bedeutet das für Ihre Praxissoftware, die Telematikinfrastruktur und Ihre Hardware? Ein Praxisleitfaden.

Windows 12 Desktop und KI-Diagnostik am Arbeitsplatz in der Zahnarztpraxis

Windows 10 Support-Ende: Was das für Ihre Praxis bedeutet

Am 14. Oktober 2025 hat Microsoft den regulären Support für Windows 10 eingestellt. Das bedeutet: keine Sicherheitsupdates, keine Bugfixes, keine neuen Treiber. Für Zahnarztpraxen und Arztpraxen ist das besonders kritisch:

  • Sicherheitslücken bleiben offen – Ransomware und Trojaner nutzen ungepatchte Systeme gezielt aus
  • KBV IT-Sicherheitsrichtlinie – Verlangt aktuelle, vom Hersteller unterstützte Betriebssysteme
  • Praxissoftware-Hersteller – CGM, Dampsoft, medatixx und Co. stellen den Support für Windows 10 ein
  • Cyber-Versicherung – Viele Policen schließen veraltete Betriebssysteme aus der Deckung aus
  • TI-Konnektor & ePA – Die Telematikinfrastruktur setzt aktuelle Systemanforderungen voraus

⚠ Noch Windows 10 im Einsatz?

Wenn Sie noch Arbeitsplätze mit Windows 10 betreiben, besteht akuter Handlungsbedarf. Microsoft bietet zwar ein kostenpflichtiges Extended Security Update (ESU) Programm an, aber das ist nur eine Übergangslösung – und nicht für den Dauerbetrieb gedacht. JPLOY hilft Ihnen bei der Migration auf Windows 11 oder der Hardware-Erneuerung.

Windows 11 – der aktuelle Standard für Praxis-PCs

Windows 11 ist aktuell das empfohlene Betriebssystem für Zahnarztpraxen und Arztpraxen. Es bringt Verbesserungen bei Sicherheit, Leistung und Verwaltung:

  • TPM 2.0 Pflicht – Hardware-basierte Sicherheit für Verschlüsselung und Systemintegrität
  • Secure Boot – Schutz vor Rootkits und manipulierter Software beim Systemstart
  • Windows Hello – Biometrische Anmeldung oder PIN statt unsicherer Passwörter
  • Verbesserte Update-Verwaltung – Kleinere, schnellere Updates mit weniger Neustarts
  • Kompatibilität – Alle gängigen PVS-Systeme (Charly, Z1, Dampsoft, CGM, medatixx) unterstützen Windows 11

Windows 12: Was wir bisher wissen

Microsoft arbeitet an der nächsten Windows-Generation. Offiziell hat Microsoft den Namen „Windows 12" noch nicht bestätigt, aber die Entwicklung unter dem Codenamen „Next Valley" ist in vollem Gange. Was sich für Praxen abzeichnet:

KI-Integration (Copilot+)

Windows 12 wird KI tief ins Betriebssystem integrieren. Ein NPU-Chip (Neural Processing Unit) wird voraussichtlich Pflicht. KI-gestützte Suche, automatische Dokumentenzusammenfassungen und intelligente Assistenten könnten den Praxisalltag erleichtern.

Neue Hardware-Anforderungen

Erwartet werden: NPU mit mindestens 40 TOPS, 16 GB RAM Minimum, moderne CPU (Intel Core Ultra oder AMD Ryzen AI). Viele aktuelle Praxis-PCs werden diese Anforderungen nicht erfüllen.

Cloud-First-Ansatz

Stärkere Integration von Cloud-Diensten und Microsoft 365. Für Praxen mit strengen Datenschutzanforderungen (DSGVO, Patientendaten) muss genau geprüft werden, welche Daten wo verarbeitet werden.

Modulares Design

Windows 12 soll modularer aufgebaut sein – schnellere Updates, geringerer Speicherbedarf, bessere Leistung auf unterschiedlicher Hardware. Vorteil für Praxen: kürzere Wartungsfenster.

Zeitplan: Wann kommt Windows 12?

Microsoft hat noch kein offizielles Datum genannt. Branchenexperten rechnen mit einer Vorstellung Ende 2026 oder Anfang 2027. Für Praxen bedeutet das:

  • 2025: Windows 10 Support-Ende – Migration auf Windows 11 ist Pflicht
  • 2026: Windows 11 bleibt der Standard – alle PVS-Hersteller unterstützen es vollständig
  • 2026/2027: Windows 12 Vorstellung – erster Einsatz frühestens 2027
  • 2027/2028: PVS-Hersteller beginnen mit Windows 12 Zertifizierungen

Praxissoftware-Kompatibilität: Worauf Sie achten müssen

Bevor Sie auf ein neues Betriebssystem wechseln, prüfen Sie immer die offizielle Freigabe Ihres PVS-Herstellers:

Praxissoftware Win 10 Win 11 Win 12
Charly (solutio) ✓ Webbasiert ✓ Webbasiert ✓ Browserbasiert
Z1.PRO (CGM) ⚠ ESU ✓ Freigegeben – Noch offen
Dampsoft DS-Win ⚠ ESU ✓ Freigegeben – Noch offen
CGM Medistar ⚠ ESU ✓ Freigegeben – Noch offen
medatixx ⚠ ESU ✓ Freigegeben – Noch offen
Ivoris (CGM) ⚠ ESU ✓ Freigegeben – Noch offen

Stand: April 2026 – ESU = Extended Security Updates (kostenpflichtig, zeitlich begrenzt). Charly ist als Webanwendung betriebssystemunabhängig. CGM hat angekündigt, ab Q1/2026 nur noch unter Windows 11 systematisch zu testen. Prüfen Sie immer die aktuelle Herstellerfreigabe.

Hardware-Check: Ist Ihr Praxis-PC bereit?

Die wichtigsten Mindestanforderungen im Überblick:

Win 11
  • TPM 2.0
  • Secure Boot (UEFI)
  • 4 GB RAM (8 GB empfohlen)
  • 64 GB Speicher
  • Intel 8. Gen+ / Ryzen 2000+
Win 12

(erwartet)

  • TPM 2.0
  • NPU (40+ TOPS)
  • 16 GB RAM
  • 128 GB SSD
  • Intel Core Ultra / Ryzen AI
Server
  • Windows Server 2022/2025
  • ECC RAM empfohlen
  • RAID-fähiger Controller
  • Redundantes Netzteil
  • jployDesk Server

Datenschutz-Bedenken: KI und Cloud in der Praxis

Windows 12 wird voraussichtlich stark auf KI und Cloud-Funktionen setzen. Für Praxen mit Patientendaten ergeben sich besondere Fragen:

  • Copilot & KI-Features: Wo werden Daten verarbeitet? Gelangen Patientendaten an Microsoft-Server? Standardmäßig deaktivieren und gezielt konfigurieren.
  • Cloud-Synchronisation: OneDrive, Windows-Backup-Cloud – für Patientendaten nur mit entsprechender AVV (Auftragsverarbeitungsvertrag) und Serverstandort EU nutzbar.
  • Telemetrie: Windows sendet Nutzungsdaten an Microsoft. In Praxen muss die Telemetrie auf das absolute Minimum reduziert werden.
  • DSGVO-Konformität: Jede Praxis braucht ein Verarbeitungsverzeichnis, das die eingesetzten Microsoft-Dienste aufführt.

Unsere Empfehlung für Praxen

1
Jetzt auf Windows 11 migrieren
Wenn noch Windows 10 im Einsatz ist: sofort handeln. Jeder Tag ohne Sicherheitsupdates ist ein Risiko.
2
Hardware prüfen und planen
PCs älter als 5 Jahre erfüllen meist nicht die Anforderungen für Windows 11 oder 12. Planen Sie den Austausch in Ihrem IT-Budget ein.
3
Windows 12 abwarten
Erst auf Windows 12 wechseln, wenn Ihr PVS-Hersteller die offizielle Freigabe erteilt hat. Nie am Erscheinungstag updaten.
4
Server-Infrastruktur modernisieren
Ein zentraler Praxisserver mit Virtualisierung macht Betriebssystem-Upgrades an den Arbeitsplätzen deutlich einfacher.

Häufige Fragen

Kann ich Windows 10 in meiner Zahnarztpraxis weiter nutzen?

Technisch ja, aber es ist ein erhebliches Sicherheitsrisiko. Ohne Sicherheitsupdates sind Ihre Systeme anfällig für Ransomware und Datenverlust. Die KBV IT-Sicherheitsrichtlinie verlangt ein aktuelles, vom Hersteller unterstütztes Betriebssystem. Ihre Cyber-Versicherung kann die Deckung verweigern. Empfehlung: sofort auf Windows 11 migrieren.

Muss ich für Windows 12 neue PCs kaufen?

Wahrscheinlich ja – zumindest für ältere Geräte. Windows 12 wird voraussichtlich einen NPU-Chip und 16 GB RAM voraussetzen. PCs, die bereits die Anforderungen für Windows 11 nur knapp erfüllen, werden Windows 12 nicht unterstützen. Planen Sie den Hardware-Austausch im Rahmen Ihrer regulären IT-Investitionszyklen.

Funktioniert meine Praxissoftware (Charly, Z1, Dampsoft) unter Windows 12?

Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es noch keine Freigabe eines PVS-Herstellers für Windows 12. Erfahrungsgemäß dauert die Zertifizierung 6-12 Monate nach einem neuen Windows-Release. Warten Sie immer die offizielle Freigabe ab, bevor Sie updaten – andernfalls riskieren Sie Funktionsstörungen und verlieren den Herstellersupport.

Was kostet die Migration von Windows 10 auf Windows 11?

Die Windows-11-Lizenz ist für die meisten PCs mit Windows 10 kostenlos (Upgrade). Die eigentlichen Kosten entstehen durch: Hardware-Austausch (falls TPM 2.0 fehlt), Arbeitszeit für Migration und Test der Praxissoftware, Anpassung von Schnittstellen (Röntgen, Labor, TI). JPLOY übernimmt die gesamte Migration – Remote deutschlandweit, Vor-Ort in München und Bayern.

Ist Windows 11 sicherer als Windows 10?

Ja, deutlich. TPM 2.0, Secure Boot, Credential Guard und die verbesserte Speicher-Isolation machen Windows 11 wesentlich widerstandsfähiger gegen Ransomware und Exploits. Für Praxen mit Patientendaten ist der Umstieg daher nicht nur empfehlenswert, sondern aus Compliance-Sicht notwendig.

Wird die Telematikinfrastruktur (TI) unter Windows 12 funktionieren?

Die TI setzt aktuell Windows 10 oder 11 voraus. Mit TI 2.0 (Software-Konnektor) wird die Abhängigkeit vom lokalen Betriebssystem geringer, da die TI-Verbindung über einen Cloud-Service läuft. Dennoch müssen lokale Kartenterminals und die Praxissoftware kompatibel sein – das hängt vom jeweiligen Hersteller ab.